Für die Dame seines Herzens hat Werner Otto von Boehlen-Schneider (AlexOffice) seine »Sonette für Beatrice« verfasst und schenkt sie ihr heute, am Valentinstag. 


 

Sonette für Beatrice

 

Des Lebens Wesentliches rankt – und werde
Aus dem entschied’nen Streben hin zur Höhe
In Brüchen weicher Furchenschwere  – flöhe
Ein Spross kaum ihrem Schoß, der berg’nen Erde

Er hätte nicht ins Wollen selbst gefunden
Vom steten Wandel jenes Blicks gesungen
In dem er dauert, welchen es durchdrungen
Auf den, zuletzt, der tiefste Zweck gebunden

Nun ruht, mag’s auch bewegt im Wahrsten sein
Von Gegenwarten felsumspielter Wege
So bliebe doch zur Lese jedes Keims

Ganz eigentliches Sehnen, der Naturen
I n   s i e   gelegte Ziele, sanfter Hege
Berufenes aus uns’res Daseins Spuren.

 

Zwei Blüten wuchsen, ursächliche Willen
Im Dorn Erwählte, hin zu sachter Schöne
Dass unser Sinn an Zart’res sich gewöhne
Im wert erfüllten Augenblick von stillem

Erhabenem und höherem Empfinden
Geweitete, die and’ren Ufer finde
Geborgen zu den Blütenkränzen binde
Voll Schweigens, jene Güter des Gelinden –

Aus denen Worte honigmilder Lesen
Erronnen eine Frucht von Dauer schenken
Gewordenes im heil’gen Tausch der Wesen

Vor dem der muschelseid’ne Schleier liege
Den Glücken rank’ner Nähe zu gedenken
Dass nie des quell’nen Grundes Sein versiege.

 

Und nähmest Du mein Herz und ließest mich
In Niederungen waldumschloss’ner Leere
So währte mir Dein Ruf, den ich verehre
Wenn auch voll Mühen, sucht mein Sehnen Dich

Die Gegenwart von licht umsponnen weiten
Ergriffenen und zart behüt’nen Händen
Du wärest da, in allen Lebens Wenden
Ließ ich Dich nicht, mich treulich zu geleiten

Um so in Dich gelegt den Weg zu finden
Auf dem mir Deine sanften Weisen ragen
Ein Sang von Stille, blühenden Gebinden

Die Pfad ins morgenhelle And’re sind
Beschenkend-freie Augenblicke wagen
Mir hälfen, bliebe ich, zur Höhe, Kind.

 

Der Schleier eines Wohlgefallens weht
Und sieht die Pforte lichter Träume offen
Betrete solche Pfade werd’nen Hoffens
Auch wenn kein Felsgefügtes vor dir steht

Es ist ein Bäumlein, an dem jede Frucht
Erwachsen und gereift zur Speise würde
Begriffen wir die Fülle, Sinn wie Hürde
Des Glücks und jenes Leids, das Frieden sucht

In vielgestaltet zugesagtem Werden
Als Schöpfende von Bächen, die am Weg
Hinab gekommen sind, doch auch verronnen

Erneuerte sich nicht, benetzte Erden
In Gründen blüh’nes Sein, wie’s angeregt
Im Wandel strebt, verschenkend uns begonnen.

 

Ummantle mich mit purpurnem Damast
Und senke dich nun hin, zu weit’ren Spielen
Wenngleich des Morgens erste Boten fielen
(Lass uns die Gluten, innerlichst erfasst

Zum Gleichnis eines wahrlich Hohen tragen
Wohin kein Wort des Sinnerfassten reicht
Der helle Schein gespürter Schönheit weicht)
Ins Zeitenthob’ne jenes and’ren Tagen

Vergängliches zu Ewigem gefunden
Bewegter Ruhe Lysis und Verlieren
Geschenkt erlang’nes Wagnis im verbunden

Erwählten Sein voll seidenleichter Nähen
Als würden sich Jahrtausende berühren
Basalte im Empfinden blühn und säen.

 

Werner Otto von Boehlen-Schneider
Werner Otto von Boehlen-Schneider

Bild (Ausschnitt) von Rebekka D auf Pixabay


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