In seinem Text »… et seductus sum (… und ich bin verführt)« reflektiert Werner Otto von Boehlen-Schneider (AlexOffice) laut seinen eigenen Worten „über eine Sinngebung des Lebens, in der Glück liegen kann“.


 

»… et seductus sum«

Auf Deutsch: »… und ich bin verführt« (Jer. 20,7a) 

Mein Glück liegt in den Stunden eines Traums von Unerreichbarkeit und Treue, aus denen sich dies Leben neu entfaltet, verzaubernde Momente schenkt, bestrickt, den Radius des Eingelebten weitet und Ahnung zum Verheißungsvollen strömt, um mich mit jener Welt von Selbstgenügen, der Fremdbezüglichkeit und hellen Nähe, dem unnennbar geblieb’nen Tor des And’ren, der Schleier, eigentlich Erwartetem, in staunender Erkenntnis zu versöhnen.

So nehme dir die Wahl und werde Kind, befreie nun dein Fragen hin zur Lese, aus der Beständigkeiten quillen und kein wieder Neues ferner lächelnd lauert. Setze den Punkt, der widerhallt, Unmöglichkeit ins Fassbare gebannt, erstehe dir als Überwindender, den hies’ge Ufer wohlgesonnen weiden, doch nie ein Ganzes werden können – so baue in den Nebel von Unsagbarkeit uns Stein auf Stein, die Brücke der Gedanken – und ob sie tragen werde und ihr Ranken zur licht’nen Seite führt, so diese wäre, bleibt unentschieden, Schmerz in Schönheit hüllend, währende Erfüllung meines Wagnisses von Leben, des strebenden Beharrens hin zur Weite.

Selbstportrait Werner Otto von Boehlen-Schneider mit Hauskappe

Ein Beitrag von Werner Otto von Boehlen-Schneider (Text und Selbstportrait)

Titelbild (Ausschnitt) „Brücke im Nebel“ von Pexels auf Pixabay


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