»In deinem Licht schauen wir das Licht« ist das neue Gedicht von Werner Otto von Boehlen-Schneider (AlexOffice), das laut seinen eigenen Worten „aus melancholischer Nabelschau zu wachsendem Vertrauen“ entstand. Auch das von Werner gewählte Bild veranschaulicht die Gemütsbewegung seiner Worte.


 

In deinem Licht schauen wir das Licht

Im Grau umwölkter Tage still verdämmernd
Spielt Licht am Vorhang friedlich neue Lieder
Erhebe dich! und gib dem Morgen wieder
Die Möglichkeit von Glück, der alten Tiefe.
Verloren lag, zu Nächten, leis zerbrochen
Ein Traum voll Güte, Nahbarkeit, mein Herz
Aus viel Gewagtem Funken milder Höhe
Behütend, doch der kalten Erde Böe
Verlöschte sie im Glas, als wenn es riefe:
„In Worten, Rede habe ich gesprochen
Unwiderlegbar ruht ihr Fundament
Wer das bestirnte, hohe All erkennt
Bleibt nur allein und fühlt nun meinen Schmerz
Den ich ertrug, als du dich von mir wandtest
In Freiheit lag dein Leben, gleich dem Garten
Der wohl umhegt an quill’nen Bächen Arten
Von Jedem birgt − bis du die Fron erkanntest
Dies Wen’ger, Fremde, Andere, so Ferne
Verlockte dich, du hättest auch noch gerne
Der Fülle ist, dies Nichts, in vollen Händen
So leertest du sie aus und nahmest Gift
Den süßen Tod in deine heilen Glieder
Verlorest dich im Widerspruch – – doch wieder
Der du mich sahst, kann ich das Schlechte wenden
Wie Sternenlicht erhellte sich die Drift
Du griffest meine Hand, aus Wolken dämmernd.“

Werner Otto von Boehlen-Schneider
Werner Otto von Boehlen-Schneider

Bild (Ausschnitt) von Nanne Tiggelman auf Pixabay


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