Das symbolische Gedicht »Schneefall« von Werner Otto von Boehlen-Schneider (AlexOffice) behandelt laut Werners eigenen Worten „unmittelbares Naturerleben und metaphysische Spekulation“. Das Foto dazu (von B. Minnich) entstand passend zu unserem aktuellen Winterwetter vor dem AlexOffice in Köln.


 

»Schneefall« – Ein symbolisches Gedicht

Dunkelnd umfangen uns Alle / Ferne, wie greifbare Sterne –
Nähe und Weite vereinen / Wir in ein wägendes Meinen
Schließen Gegebenes gerne / In den ersichtlichen Grund
Achten bestirnender Halle / Wenig – und diese gering
Nicht gleich des fragenden Ahnen / Sinnreich bedeutsamem Mahnen
(Tastend die Wege beging / Jener, mit Feen im Bund)
Nur als  G e s t e l l t e , in’s Leben / Heben wir Dauer zum Gott
Zirkeln ab-sehbare Seichte / Hin zur notwendenden Leichte
Schau’n nicht das inn’re Verbot / Aus dem natürlich Erkannten.
Wende dich, da’s uns gegeben / In dies bestaunende Finden
Aus mich umwebenden Stillen / Eines gestaltenden Willen
Fasse den Rat vom Gelinden / Jenen, der Ödnis Verbannten
Kostbar, beseelt ist Natur / Bis in das Kleinste, voll Schöne
Wesend, bedeutsamer Hege / Alles, wie’s immer sich rege
Und das Geword’ne versöhne / Dir zugesprochene Pflicht
Eine ersichtliche Spur / Gleich lichten Flocken der Höhe
Jedes zerbrechliche Kunst / Uns noch verschleierter Gunst
Bis mancher Zweifel entflöhe – / Werde in Dunkelndem Licht.

Werner Otto von Boehlen-Schneider
Werner Otto von Boehlen-Schneider

Titelbild von Barbara Minnich (AlexOffice)


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