Bei den Alexianern feiern wir immer die bunte Vielfalt der menschlichen Natur. – Speziell für das farbenfrohe LGBTQ+ Spektrum hat nun das Social Media Team des AlexOffice die Reihe »LGBTQ+ Week« ins Leben gerufen, in der die Autor*innen an aufeinander folgenden Tagen jeweils zu einer der Facetten (L | G | B | T | Q) ihre Gedanken, Informationen und Erfahrungen zum Ausdruck bringen. Lest hier den Beitrag »G – Gay«


 

LGBTQ+ Week | »G – Gay«

 


 

Unsere LGBTQ+ Week unterstützt offensichtlich auch die Gays oder die Schwulen, wie wir gerne auf Deutsch genannt werden. Übrigens, wusstet ihr, dass der Ausdruck Gay auf Englisch für as GOOD AS YOU steht? Irgendwie cool, ne 😎? Aber es stimmt ja auch, wir sollten alle die gleichen Rechte und die gleichen Möglichkeiten haben auf dieser Welt.

Da wir tatsächlich noch weit entfernt davon leben, feiern wir jedes Jahr seit dem 17. Mai 1990 den IDAHOBIT (International Day Against Homo-, Bi-, Inter- and Transphobia | Internationaler Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie). Erst an diesem Tag wurde die „Homosexualität aus dem Diagnoseschlüssel ICD-10 der WHO (World Health Organization | Weltgesundheitsorganisation) gestrichen.“ Sprich: erst seit diesem Datum gilt sie offiziell nicht mehr als Krankheit… Heutzutage werden LGBTQ+ noch „in 66 Staaten strafrechtlich verfolgt, in 12 Ländern sogar noch mit der Todesstrafe bedroht. Vielerorts sind staatliche Behörden an der Unterdrückung von LGBTQ+ beteiligt, verweigern ihnen Schutz vor Anfeindungen und Gewalt.“

Diese Fakten aus der Webseite vom Lesben- und Schwulenverband*  möchte ich hier nochmal unterstreichen, denn ich kann als Libano-Deutscher und selbst schwuler Mann persönlich ein Liedchen davon singen: In der Tat wurde ich 2007 von einer libanesischen Schule gefeuert, weil meine Schüler auf Facebook erfahren haben, dass ich auf Männer stehe. Damals war das noch der Anfang von Social Media und man konnte sein Profil noch nicht auf ‚privat‘ einstellen… Eigentlich hatte ich auch mein Profil in Frankreich, wo ich davor lebte, erstellt. Also in einem Land, das den LGBTQ+ schon längst diese Rechte gönnt. In Frankreich wurde Homosexualität schon 1971 legalisiert.

Ich, Baujahr 1980, kenne es also nur so… Libanon mag zwar meine Heimat sein, ich hatte aber nicht vor, wieder ‚in the closet‘ zu gehen. Das war ich noch nie in meinem Leben, weder bei meinen Freunden, noch in meiner Familie (auch nicht im libanesischen Teil), und ich wollte definitiv nicht im Libanon anfangen, mich deswegen zu verstecken. Es war ein Teil von mir, der mich definiert, und den ich im 21. Jahrhundert bestimmt nicht mehr verheimlichen muss. Darunter beruflich leiden zu müssen durch Wege, die genau genommen in die Privatsphäre eindringen, ist ‚out‘. In Deutschland wurde Homosexualität in der ehemaligen DDR schon 1957 nicht mehr bestraft, in Westdeutschland mussten wir noch bis 1969 auf die Legalisierung warten.

Ich kam lieber zurück zur Zivilisation nach Köln, Gay Capital… und lebe ich mein Leben wieder offen und gestalte meine ‚Rainbow Welt‘, so wie ICH es möchte und darf auch auf der Straße meinen Partner küssen oder Händchen halten, OHNE dass ich was riskiere.

Ein Beitrag von Josef Chebli

*Lesben- und Schwulenverband (LSVD) e.V.: „IDAHOBIT* 2024: Internationaler Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit“  

Titelbild: Werner Otto von Boehlen-Schneider


Alle Beiträge der Reihe »LGBTQ+ Week«

LGBTQ+ Week | »Einführende Gedanken« LGBTQ+ Week | »Einführende Gedanken«  

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LGBTQ+ Week | »Q – Queer« LGBTQ+ Week | »Q – Queer«


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