Bei den Alexianern feiern wir immer die bunte Vielfalt der menschlichen Natur. – Speziell für das farbenfrohe LGBTQ+ Spektrum hat nun das Social Media Team des AlexOffice die Reihe »LGBTQ+ Week« ins Leben gerufen, in der die Autor*innen an aufeinander folgenden Tagen jeweils zu einer der Facetten (L | G | B | T | Q) ihre Gedanken, Informationen und Erfahrungen zum Ausdruck bringen. Lest hier den Beitrag »L – Lesbian«


 

LGBTQ+ Week | »L – Lesbian«

 


 

»Oh, das sieht man dir gar nicht an.«

Diesen Satz höre ich immer wieder in zwei Situationen, einmal wenn ich Leuten, die mich noch nicht kennen, erzähle, dass ich bei den Alexianern arbeite, und zwar nicht als Anleiterin, sondern dass ich zu den „komischen“ Menschen gehöre – ich sag dann immer: „Ich hab keine Lampe, die leuchtet.“ 😉

Die zweite Situation ist oft, wenn ich von meiner Frau erzähle, da ich in den Augen der Personen nicht dem typischen Klischee einer Lesbe entspreche. Bei meiner Frau ist es genauso – wir sind beide feminin und keine ist eine „Butch“ (maskuline Lesbe, die oft für Männer gehalten wird).

Wie man mit dummen Sprüchen umgeht, habe ich sehr schnell gelernt, da ich offen lesbisch bin. Zum Beispiel auf die Frage „Wer von euch ist denn der Mann?“ antworte ich immer, während ich an mir runter gucke: „Wir haben beide Titten, wir sind beide Frauen – ich wüsste nicht, dass eine von uns ein Mann ist.“

Ein noch blöderer Spruch von einem Mann ist zum Beispiel: „Du musst nur mal einen richtigen Mann im Bett haben, dann wirst du wieder ‚normal‘.“ Ich sag ihm dann immer: „Ich hatte mehr Männer im Bett, als du jemals Frauen haben wirst!“

Da ich erst sehr spät (mit 40) gemerkt habe, was mir im Bett gefehlt hat, weiß ich, wovon ich rede. Ich war verheiratet, habe zwei Kinder, hatte viele Männerbeziehungen und habe meine Erfahrungen gemacht.

Meine Frau habe ich bei den Alexianern im Eingangsverfahren kennengelernt, in dem wir beide waren. Wir haben zusammen gearbeitet, und unsere Beziehung ist intensiver geworden. Als wir dann noch die Coronaquarantäne lebendig überstanden haben, ohne dass es „Mord und Totschlag“ gab, war für uns klar, dass es mit uns doch ernster ist, als wir zuerst gedacht haben. Nun haben wir im November 2023 „Nägel mit Köpfen“ gemacht, und wir haben geheiratet. Alle haben sich gefreut für uns – auch auf der Arbeit; im Allgemeinen hatte ich bei den Alexianern nie Probleme mit meiner sexuellen Orientierung.

Nun bin ich auch im Werkstattrat der Alexianer und fühle mich für alle Beschäftigten zuständig: für den Menschen, nicht für die Orientierung oder Identität. Und ich bin immer bereit, zu helfen und zu beraten in allen Belangen. Zum Umgang mit dem Thema stehe ich anderen mit ähnlichen Situationen aber gern zur Seite.

Ein Beitrag von Biggi Bruckner

Titelbild: Werner Otto von Boehlen-Schneider


Alle Beiträge der Reihe »LGBTQ+ Week«

LGBTQ+ Week | »Einführende Gedanken« LGBTQ+ Week | »Einführende Gedanken«  

LGBTQ+ Week | »L – Lesbian« LGBTQ+ Week | »L – Lesbian«  

LGBTQ+ Week | »G – Gay« LGBTQ+ Week | »G – Gay« 

LGBTQ+ Week | »B – Bisexual« LGBTQ+ Week | »B – Bisexual« 

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